HELIOS EtherShare UB Benutzerhandbuch


A 2 Technische Hinweise
Der folgende Abschnitt enthält verschiedene technische Informationen über EtherShare, die in erster Linie nur für erfahrene Systemadministratoren von Interesse sind.
A 2.1 AppleTalk-Kernelkonfiguration
EtherShare benötigt die Unterstützung vom Betriebssystem, um mit Hilfe des AppleTalk-Protokolls kommunizieren zu können. Üblicherweise liefern UNIX-Anbieter in den Standardversionen ihrer Betriebssysteme nur die TCP/IP-Netzwerkprotokolle jedoch nicht die AppleTalk-Protokolle aus. Daher enthält EtherShare Treiber, die das AppleTalk-Protokoll in einer Ethernet-Umgebung implementieren. Auf einigen Maschinen unterstützt EtherShare auch andere Netzwerk-Technologien wie beispielsweise Token Ring. Alle für den UNIX-Kernel relevanten Dateien des EtherShare-Systems liegen im Verzeichnis "HELIOSDIR/etc/kernel". Im Folgenden finden Sie eine detaillierte Beschreibung darüber, was im Betriebssystem durch die EtherShare-Installation verändert wird. Dies ist wahrscheinlich nur für fortgeschrittene UNIX-Benutzer von Interesse, da die Shell-Skripte der EtherShare-Konfiguration die meisten der für den Start der AppleTalk-Treiber notwendigen Details gar nicht anzeigen.
Die Kernelmodule gibt es abhängig von der Architektur des Host-Betriebssystems in zwei Varianten. System V.4-basierte Systeme verwenden eine auf dem Datenstrom basierte Architektur. Hier wird jeder AppleTalk-Kommunikationsendpunkt durch einen Zeiger auf eine Datei repräsentiert, der über den Datenstrom-Multiplexor "/dev/ddp" geöffnet wird. Berkely basierte Systeme verwenden einen Zeiger auf eine Datei, die über den Socket-Mechanismus geöffnet wird.
A 2.1.1 Ladbare Treiber
Solaris, SGI IRIX, HP-UX 11 und IBM RS/6000-Systeme unterstützen ein Konzept von zuladbaren Treibern, d. h. Treibern, die je nach Bedarf während des Betriebs in das Betriebssystem geladen werden können. In solchen Fällen ist es nicht nötig, den UNIX-Kernel mit den neuen Modulen dauerhaft zu verknüpfen. Das Skript "start-helios" kümmert sich automatisch um das Laden des Treibers, wenn AppleTalk gestartet werden soll und der Treiber noch nicht geladen worden ist.
Solaris-Systeme
EtherShare verwendet zwei Kernelmodule auf Solaris-Systemen. Das Treiberprogramm "aarp" enthält das "AppleTalk Address Resolution Protocol"-Datenstrom-Modul und das Treiberprogramm "ddp" den "Datagram Delivery Protocol"-Datenstrom-Multiplexor. "aarp" liegt im Verzeichnis "/kernel/strmod" und die Datei "ddp" in "/kernel/drv". Beim Installationsvorgang werden die Dateien aus dem Verzeichnis "HELIOSDIR/etc/kernel" in das Verzeichnis "/kernel" kopiert. Zusätzlich trägt das Installationsskript eine Zeile in die Dateien "/etc/minor_perm" und "/etc/devlink.tab" ein, um eine korrekte Verknüpfung mit den passenden Rechten von "/devices/pseudo/clone:ddp" nach "/dev/ddp" anzulegen. Die Treiber werden von Solaris automatisch geladen und wieder entladen, so dass ein manuelles Laden/Entladen nicht notwendig sein sollte.
Sie können sich unter Verwendung des Befehls "modinfo" eine (lange) Liste aller geladenen Module anzeigen lassen. Der Befehl "modunload" kann zum Entladen von Treibern verwendet werden, wenn diese nicht gerade verwendet werden.
IBM RS/6000-Systeme
Auf IBM RS/6000-Systemen lädt das Skript "start-helios" nur einen Treiber (" HELIOSDIR/etc/kernel/atalk"). Dieser Treiber hängt von der verwendeten AIX-Version ab. Beim Installationsvorgang wird eine Verknüpfung von der entsprechenden Treiberdatei zu der Datei "/usr/lib/drivers" erstellt.
Zusätzlich werden Einträge zur ODM-Datenbank hinzugefügt, um das Laden des Treibers durch den Befehl "mkdev" zu ermöglichen. Der logische Name für das Kernelmodul ist "atalk0". Verwenden Sie den folgenden Befehl, um das Modul zu laden:
mkdev -t atalk
Der Befehl "lsdev" kann verwendet werden um zu überprüfen, ob das Kernelmodul geladen ist:
lsdev -C -l atalk0

Hinweis: Unter AIX wird das entladen des Netzwerk-Protokolls nicht unterstützt.

SGI IRIX
In SGI IRIX-Systemen liegen die zuladbaren Treiber im Verzeichnis "HELIOSDIR/etc/kernel" und werden automatisch vom Skript "start-helios" mit dem Befehl "ml" geladen. Der Befehl ml list zeigt eine Liste aller zuladbaren Treiber. Mit ml unld und der entsprechenden ID-Nummer (welche Sie aus der Treiberliste erhalten) kann das Modul wieder entladen werden.
HP-UX 11
Die Treiber "aarp" und "ddp" werden mit dem Befehl "kminstall" in das Systemverzeichnis eines HP-UX 11 Betriebssystems kopiert. Verwenden Sie den Befehl "kmupdate", um die Module automatisch in den Kernel zu laden.
Um die Treiber wieder zu entfernen, verwenden Sie die folgenden Befehle:
kminstall -d aarp
kminstall -d ddp
A 2.2 Referenz: UNIX-Befehle
Viele der EtherShare-Funktionen werden von der hohen Leistungsfähigkeit des UNIX-Betriebssystems unterstützt. EtherShare ist eng mit einer Anzahl der gebräuchlicheren UNIX-Systemprogramme und -strukturen verbunden.
Beispielsweise nutzt EtherShare häufig die UNIX-Programme "lpr", "mail" sowie "syslogd". Alle drei Programme sind für die Übermittlung von Informationen innerhalb des UNIX-Systems verantwortlich und werden von EtherShare hauptsächlich als Transportmedium benutzt.
EtherShare greift auch auf die UNIX-Systemdateien "/etc/passwd" und "/etc/group" zu.
syslogd
" syslogd" läuft innerhalb von UNIX kontinuierlich im Hintergrund und hat die Aufgabe, Status- und Fehlermeldungen von anderen Programmen zu verarbeiten und diese entsprechend seiner Konfiguration an ein bestimmtes Ausgabegerät oder eine Datei zu schicken. Alle EtherShare-Module nutzen den Service von "syslogd" zur Ausgabe von Fehlermeldungen und Warnungen.
Durch entsprechende Änderung der Konfigurationsdatei "/etc/syslog.conf" auf dem UNIX-Server kann der Administrator den Nachrichtenfluss genau kontrollieren. Beispielsweise können Nachrichten automatisch an angemeldete Benutzer (oder an ganze Gruppen) weitergeleitet, einfach in Dateien gespeichert oder auch an die Systemkonsole ausgegeben werden.
Bei einigen Betriebssystemen notiert EtherShare (wie viele andere UNIX-Programme auch) solange keine Fehlermeldungen oder Warnungen, bis das Programm "syslogd" passend konfiguriert worden ist.

Wichtig: Die im Folgenden aufgeführten Kommandos müssen mit den HELIOS Desktop-Werkzeugen (" dt utilities") aufgerufen werden. Die "Desktop-Werkzeuge" bieten dieselbe Funktionalität wie die UNIX-Kommandos "mkdir", "rmdir", "chmod", "chown", "chgrp" usw., bewahren aber zusätzlich die Information der Desktop-Datenbank. Die "Desktop-Werkzeuge" werden detailliert im Base Handbuch beschrieben.

mkdir and
rmdir
" mkdir" kann zur Erstellung neuer Unterverzeichnisse im UNIX-Dateisystem verwendet werden. "mkdir" kann aber auch vom Administrator zur Erstellung neuer Ordner für den Macintosh benutzt werden. Bitte beachten Sie auf jeden Fall auch die Hinweise in Kapitel 6.3 "Verzeichnis- und Dateiformate". Ordner werden am besten mit dem Macintosh-Finderprogramm erstellt oder gelöscht. Das Programm "rmdir" kann zum Entfernen von Verzeichnissen und Ordnern benutzt werden, wenn sie nicht mehr gebraucht werden.
chmod
" chmod" des UNIX-Systems kann zur Änderung von Benutzer-Rechten für Dateien und Verzeichnisse im UNIX-Dateisystem verwendet werden. Sie können damit auch die Zugriffsrechte für Volumes ändern, die auf dem EtherShare-Dateiserver für Macintosh-Computer als hierarchische Dateisysteme (HFS) erstellt wurden. Allerdings sollten Sie für die letztgenannte Änderung besser das Programm Gemeinsam nutzen (im Menü Datei) verwenden. Bitte lesen Sie zu diesem Thema auch Kapitel 6.3 "Verzeichnis- und Dateiformate" and 6.6 "Zugriffsrechte".

Wichtig: Ändern Sie niemals die Zugriffsrechte für Dateien in den EtherShare Programm-Verzeichnissen oder in den vom HELIOS Druckserver benutzten Spool- Verzeichnissen.

chown
chgrp
" chown" und "chgrp" können zur Änderung des Besitzers (Erzeugers) oder der Gruppe einer Datei oder eines Verzeichnisses genutzt werden. Normalerweise sollten Sie für diese Änderungen jedoch das Macintosh-Programm Gemeinsam nutzen (s. o.) verwenden. Nur der Systemadministrator kann den Besitzer einer Datei ändern oder die Datei einer Gruppe zuweisen, in der der Besitzer kein Mitglied ist.
cron
Das Programm "cron" (cronos <Griechisch>= Zeit), das im UNIX-Betriebssystem kontinuierlich läuft, kann für das Starten und Beenden bestimmter Programme zu vorher festgelegten Zeiten konfiguriert werden. Eine entsprechende Eingabe in die Konfigurationstabelle (" crontab") kann einen speziellen Server zu einer festgelegten Tageszeit starten oder beenden. Das Programm "cron" kann auch zur Automatisierung von Datensicherungsverfahren benutzt werden.
ufsdump, restore
" ufsdump" ist ein Datenarchivierungsprogramm, das auf BSD UNIX-Systemen verfügbar ist. Es ist das empfohlene Programm für die Erstellung von (Sicherheits-) Kopien von Netzwerkvolumes auf einem Bandlaufwerk oder anderen auswechselbaren Speichermedien, die an den UNIX-Host angeschlossen sind. Sie können das Archiv mit dem Programm "restore" zurücklesen. Lesen Sie dazu auch das Kapitel "Data backup" im Base Handbuch.
portmap, rpcbind
Der Desktop-Server benötigt entweder das Programm "portmap" oder "rpcbind".

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